Land und AMS stocken Fördermodell für ältere Jobsuchende auf

Eichtinger, Hergovich: Plätze für gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung verdoppelt

Seit dem Jahr 2014 gibt es in Niederösterreich das Modell der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung Gema 50+, mit dessen Hilfe Jobsuchende der älteren Generation beruflich wieder Fuß fassen sollen. Das Arbeitsmarktservice und das Land Niederösterreich haben sich nun dazu entschlossen, dieses erfolgreiche Fördermodell aufzustocken und die Kontingentplätze mehr als zu verdoppeln. Eine Bilanz und die konkreten Inhalte dieses Modells präsentierten am Montag, 18.02.2019, Landesrat Martin Eichtinger, AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich, Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, und Rupert Dworak, Präsident des Verbands sozialdemokratischer Gemeindevertreter, bei einer Pressekonferenz in Baden.

„Mit der Ausweitung dieses Projektes geben wir eine richtige Antwort auf die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt und helfen besonders älteren Personen“, sagte der Landesrat. „Dieses Programm setzt einen weiteren Impuls für die betroffenen Menschen, im Jahr 2018 hat der Verein ‚Jugend und Arbeit‘ 407 Personen unterstützen können. Dazu benötigen wir als starken Partner die Gemeinden“, führte er weiter aus. „Die AMS-Geschäftsstellen in Niederösterreich vermitteln passende Bewerberinnen und Bewerber der Generation 50+, die im Rahmen der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung in Gemeinden oder Vereinen in verschiedenen Beschäftigungsbereichen tätig sein werden“, erklärte Landesrat Martin Eichtinger. In diesem Zusammenhang sprach der den Kommunen und dem Arbeitsmarktservice Dank und Anerkennung aus.

AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich führte aus: „Jobsuchende im Alter ab 50 Jahren haben es besonders schwer. Bei ihnen dauert die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz im Schnitt um 84 Tage länger als in der Gesamtgruppe der arbeitslosen Personen. Mit dieser Initiative bieten wir vielen Betroffenen nicht nur ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt, sondern auch die Möglichkeit, an ihrem Wohnort beruflich wieder Fuß zu fassen. Dass es uns gelungen ist, diese beiden Aspekte zu vereinen, war mir ein großes Anliegen“. Deutlich über die Hälfte der Personen stehen neun Monate nach Ablauf der Initiative noch immer in Arbeit, informierte er über eine Statistik.

Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl sagte: „Dieses Programm ist eine großartige Unterstützung für die Gemeinden. Trotz Aufstockung des Förderpakets werden die Kosten für Gemeinden und Vereine unverändert bei 350 Euro pro Monat und Person bleiben. Den größten Teil der Lohnkosten übernehmen nach wie vor das AMS Niederösterreich mit knapp 5,6 Millionen Euro und das Land mit knapp 1,7 Millionen Euro.“ Die administrative Abwicklung werde weiterhin vom Verein „Jugend und Arbeit“ durchgeführt, so Riedl. Etwa 266 niederösterreichische Gemeinden würden an dem Programm teilnehmen, informierte er.

Rupert Dworak, Präsident des Verbands sozialdemokratischer Gemeindevertreter, meinte: „Wir bieten diesen Menschen neue Perspektiven und ermöglichen ihnen, sich beruflich neu zu positionieren. Die Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer haben die Chance auf einen beruflichen Neustart“.

Stefan Szirucsek, Bürgermeister von Baden, führte aus: Die Stadtgemeinde Baden habe sich bereits in der Vergangenheit an diesem Programm beteiligt und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gute Erfahrungen gemacht. „Menschen erhalten dabei die Möglichkeit, im Berufsprozess zu bleiben“, so der Bürgermeister.

Der Arbeitsmarkt in Niederösterreich hat sich letztes Jahr auch für arbeitslose Personen der Generation 50+ günstig entwickelt. Bei etwas gebremster Arbeitskräftenachfrage sind diese Jobsuchenden sehr rasch wieder mit Hürden beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt konfrontiert. Die Arbeitslosigkeit dieser Personen hat in Niederösterreich im Jänner wieder etwas zugenommen. Das Arbeitsmarktservice (AMS) und das Land Niederösterreich haben daher Vorsorge getroffen. Die 250 Kontingentplätze, die über den Verein „Jugend & Arbeit“ zur Verfügung gestellt werden, werden per 1. März deutlich auf 600 Plätze aufgestockt.